Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Leben voller Einschränkungen ist kein Leben. Wie soll man zurechtkommen, wenn einem die Möglichkeit genommen ist zu gehen, wohin man will und zu sehen, wen man will? Wie soll man Leben an einem Ort, an dem man nicht sein möchte und wo man seiner Religion nicht nachgehen darf.

Diese Fragen stellten sich die Israeliten im Jahr 587 vor Christi Geburt, nachdem sie von den Babyloniern besiegt und in deren Land verschleppt wurden. Dort mussten sie Leben und ihre Freiheit aufgeben. Für die Israeliten war das eine Zeit, in der viele anfingen zu Zweifeln und ihren Mut zu verlieren. Zu Hoffnungslos schien die Situation.

Und in diese Zeit ruft der Prophet Jesaja den Menschen eine Botschaft der Hoffnung zu:

Der Herr gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Jesaja 40, 29-31

Liebe Gemeinde,

in den Zeiten der Corona Krise ist auch für uns Durchhalten gefordert. Auch für uns werden die Einschränkungen in unserem Leben immer schwerer und kaum zu ertragen. Und so ruft der Prophet Jesaja auch uns diesen Satz zu

„Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft“

Die in Deutschland derzeit herrschenden Einschränkungen sind nötig und wichtig, damit wir einen guten Weg aus dieser bedrohlichen Lage finden. Dafür ist es nötig, dass wir mit neuer Kraft weiter auf vieles verzichten. Und dass wir dabei nicht müde und matt werden, sondern auch in der kommenden Zeit rücksichtsvoll miteinander umgehen.

So dass wir uns bald wieder unter normalen Umständen in der Kirche und auf der Straße treffen können. Gott schenkt uns die Kraft schwere Zeiten zu überstehen, damit wir uns wieder an den guten Zeiten, die kommen, erfreuen können.

Bis dahin bleiben sie behütet,

ihr Pfarrer Julian Deusing