1. April 1945: 80. Todestag von Dietrich Bonhoeffer

Grundzüge der Theologie Dietrich Bonhoeffers

Dietrich Bonhoeffer (4.2. 1906 – 9.4.2025) gehört zu den bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Sein theologisches Denken durchläuft verschiedene Entwicklungsprozesse und ist vielschichtig wie auch komplex. Es lässt sich nicht auf ein Motto reduzieren. Hier stichpunktartig einige Gedanken:

Widerstand und Einsatz für Entrechtete

Sehr früh, schon Anfang 1933 sprach Bonhoeffer von Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er wendet sich gegen den Totalitarismus des Staates, der alle Gesellschaftsbereiche unterwerfen wolle. Sehr früh und klar trat er nicht nur für die Selbstständigkeit der Kirche, sondern ganz besonders auch gegen die Entrechtung der Jüdinnen und Juden ein. Die Kirche ist den Opfern jeder Gesellschaftsordnung in unbedingter Weise verpflichtet, auch wenn sie der christlichen Gemeinde nicht zugehören. Dies kann im Einzelfall auch ein aktiver Widerstand bedeuten, dem Rad in die Speichen zu fallen.

Friedensethik

Friede soll sein, weil Christus in der Welt ist. In Christus ist überwunden, was die Nationen gegeneinander aufbringen.

Teure Gnade

Die Bergpredigt Jesu im Matthäusevangelium erinnert uns an den Ruf Jesu In die Nachfolge. Die Gebote geben Orientierung. Die christliche Botschaft spricht von teurer Gnade und versteht darunter, dass es Gott teuer gewesen ist und das Leben seines Sohnes gekostet hat. Dies soll ernst genommen werden.

Christuswirklichkeit

Im Mittelpunkt einer christlichen Ethik sollen nicht Normen, Prinzipien oder Werte stehen, sondern Gottes Offenbarung in Jesus Christus. In Christus habe Gott die Welt mit sich versöhnt. Wir dürfen mit dieser Christuswirklichkeit rechnen.

Verantwortung

Verantwortung ist die Antwort auf die Christuswirklichkeit (Karl Barth)

Schuldübernahme

Verantwortung kann im Extremfall bedeuten Schuldübernahme, aus Liebe Schuld auf sich zu nehmen und dabei auch Gottes Gnade zu hoffen.

Christus

Nicht, wie weit man gehen darf.

Nicht, welche religiösen Bedürfnisse Kirche erfüllen könnte.

Nicht, wie man das private Glück absichert gegen alles Fremde, Neue oder Überraschende:

Sondern, Christus ist der Ruf zum Frieden.

Sondern, Christus ist der Ruf zum Leben in Nachfolge,

Sondern, Christus ist der Ruf zur Verantwortung

für den konkreten Nächsten,

die auch die Möglichkeiten beinhaltet aus Liebe Schuld auf sich zu laden.

Christus ist die Versöhnung Gottes mit der Welt.

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist demütig genug, sich etwas schenken zu lassen.

Ostern

Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.

Zusammengestellt von Markus Pöllinger