Vor 75 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer (4.2.1906 – 9.4.1945), der evangelische Theologe, in Flossenbürg hingerichtet. Dankbar erinnern wir uns an sein Leben, aber auch an seinen tragischen Tod im Widerstand gegen das menschenverachtende System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Er hat uns ein Zeugnis des Glaubens hinterlassen.

Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll.

Eine christliche Gemeinschaft lebt aus der Fürbitte der Glieder füreinander, oder sie geht zugrunde. Einen Bruder, für den ich bete, kann ich bei aller Not, die er mir macht, nicht mehr verurteilen oder hassen. Sein Angesicht, das mir vielleicht fremd und unerträglich war, verwandelt sich in der Fürbitte in das Antlitz des Bruders, um dessentwillen Christus starb in das Antlitz des begnadigten Sünders.

Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott, das heißt: Er bleibt der Herr der Erde, er erhält seine Kirche, er schenkt uns immer neuen Glauben, legt uns nicht mehr auf, als wir tragen können, macht uns seiner Nähe und Hilfe froh, erhört unsere Gebete und führt uns auf den besten und geradesten Wege zu sich. Indem Gott dies gewiss tut, schafft er sich durch uns Lob.

siehe Filmbeitrag: https://www.youtube.com/watch?v=lO89lLHeDmc

Pfarrer Markus Pöllinger
an der Gedenktafel für Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg