Und als der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in Verzückung.

4. Mose 11,25

Pfingsten, ein Fest der Begeisterung und Verwandlung.

Heutzutage wird viel von Spiritualität geredet, geschrieben, erprobt. Bei solcher Vielfalt von Deutungen wissen wir gar nicht mehr, was eigentlich unter Spiritualität zu verstehen ist. Das lateinische Wort „spiritus“ heißt Geist. Das nahende Pfingstfest möchte uns daran erinnern. Spiritualität ist die Kraft, die durch Gottes Geist mein Leben in dieser Welt verwandeln und mitgestalten will. Ja, Pfingsten will uns neu begeistern für Gottes Wort.

Pfingsten bedeutet nicht nur Maiengrün und Ferien. Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Dass ist Grund zum Dank und Fröhlichkeit.

Der Geist Gottes macht uns frei vom Weltgeist und wir sind eingeladen mit Martin Luthers Auslegung zum 3. Glaubensartikel zu bekennen:

Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Kraft an Jesus Christus meinen Herrn glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, der mir alle meine Sünden vergibt und mir ewiges Leben schenken, ja geben wird.

Pfingsten, Gottes Geist sagt uns, woran ich glauben darf.

Möge es in uns Pfingsten werden, dass wir als begeisterte Menschen die frohe Botschaft an viele Menschen weitergeben können und es selbst für uns neu entdecken.

Hildegard von Bingen, eine Nonne (1098-1179) formulierte es so als Gebet zu Pfingsten:

Du, heiliger Geist durchdringst alles. Höhen und Tiefen meines Lebens. Du heilst und verbindest – laß mich spüren die Kraft des Heiligen Geistes.

Das darf auch unsere Bitte und Gebet sein für unser Leben, für unsere Zeit und Welt, die so im Argen liegt.

Eine Geburtagsfeier ist meist Anlaß zu Dank und Fröhlichkeit. Pfingsten, der Geburtstag der Kirche. Und als der Geist Gottes auf ihnen ruhte, wurden Menschen verwandelt. So meine Bitte an uns alle: Verwandle mein Leben, auch unserer Kirche mit dem Feuer des Heiligen Geistes, dass wir wieder dankbare und fröhliche Menschen werden.

So grüße ich Sie alle.

Bleiben Sie behütet,

Ihr Pfarrer Markus Pöllinger