Jubilar Reinhard Bogdahn wurde in Vach groß gefeiert

siehe auch unter: https://www.kirchevach.de/konzerte/

Reinhard Bogdahn mit 90 Jahren bei bester Gesundheit und mit wachem Geist

Pfarrer Reinhard Bogdahn genoss sichtlich die Orgelklänge im weihnachtlichen Ambiente der noch geschmückten St. Matthäus-Kirche zu Vach

Pfarrer Dr. Wilhelm Polster gratulierte dem Jubilar Pfarrer Reinhard Bogdahn zum 90. Geburtstag

Orgelmatinee

Zu Ehren des 90-jährigen Jubilars Pfarrer

Reinhard Bogdahn,

Tuchenbach, früher Stadtpfarrer in Baiersdorf

Geburtstagskonzert in Vach,

St. Matthäus-Kirche

am Sonntag, 5. Januar 2025  um 11 Uhr

Organist: Matthias Ziegler, Lauf a.d.P.

Liturg: Pfarrer Markus Pöllinger, St. Matthäus Vach

www.kirchevach.de

Programm:

      1. Johann Sebastian Bach (1685-1750)
      • Präludium in Es- Dur aus dem „wohltemperierten Klavier, BWV 852
      • Chromatische Phantasie und Fuge in d-moll, BWV 903, ein Spätwerk
      1. Joseph Haydn (1732-1809)

     2. Satz aus Kaiserquartett, Thema mit Variationen in G-Dur

      1. Felix Mendelsohn-Bartholdy (1809-1847)

          Fantasie ou Caprice in a-moll, op16/nr.1

      1. Matthias Ziegler (1957)

          Vertonung des 23.Psalms,der gute Hirte

      1. Gemeindegesang EG 316 Lobe den Herrn
      1. Vacher Wegsegen (Pfarrer Markus Pöllinger)
      1. Max Reger (1873-1916) kurze Choralbearbeitung au op 67

                            Soli Deo Gloria in excelsis

                   Lob und Ehr und Preis sei Gott!

Kritik der Matinee am 5.1.2025 zum

90. Geburtstag von Reinhard Bogdahn

Matthias Zieglers Virtuosität ehrt einen Neunzigjährigen

Matthias Ziegler

Der „Tastenlöwe“ Matthias Ziegler auf der Vacher Orgel von St. Matthäus

Ein Organist der Güteklasse wie Matthias Ziegler lasst es sich nicht nehmen, für seinen ehemaligen Chef in Baiersdorf, Pfarrer i.R. Reinhard Bogdahn, zu dessen 90. Geburtstag am 5. Januar 2025 mit großen Werken der Orgelliteratur aufzuspielen. Die gut intonierte Orgel in der Matthäuskirche in Vach, wo Reinhard Bogdahn sein Jubiläum mit einem Empfang im Gemeindehaus feiert, erklingt klanglich schön und angenehm beim Begrüßungsstück mit dem Präludium in Es-Dur aus dem wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach, das Ziegler fast behutsam, aber mit klarer Diktion vorträgt.

Es ist wie eine Einstimmung auf eines der größten, aber sicher auch kühnsten Orgelwerke Bachs, das in seiner gewaltigen Harmonik erst wieder von den Orgelwerken von Max Reger übertroffen wird, der „Chromatischen Phantasie und Fuge in d-moll“ (BWV 903). Sie verlangt vom Organisten, gerade in den Anfangsläufen, äußerste Virtuosität. Matthias Ziegler bleibt den schnellen und kühnen Arpeggien nichts schuldig. Sein Spiel legt ebenfalls großen Wert auf die in seinen Reibungen fast modern klingende Harmonik. Man merkt ihm an, dass er einst alle großen Orgelwerke von Max Reger studiert und zur Aufführung gebracht hat, so reger ähnlich klingt dieser Bach, auch in seinen verhaltenen Passagen.

Immer wieder gibt die Matthäusorgel klangreich die Bachschen Ausbrüche aus aller herkömmlichen Orgelmusik adäquat wieder. Matthias Ziegler ist dafür der kongeniale Interpret, so dass auch die anschließende Fuge von seinem Spiel einen Drive und eine Vitalität erhält, die die gewaltige Polyphonie aufhellt und eindeutig nachzeichnet.

Die Zuhörerschaft darf sich nach den gewaltigen Klangballungen Bachs erholen bei der Wiedergabe des 2. Satzes aus dem Kaiserquartett von Joseph Haydn, den Matthias Ziegler fast spirituell leise beginnt und den besinnlichen Ton gut durchhält durch all die schönen Variationen Haydnschen Einfallsreichtums.

Als besonderes Werk der Romantik erklingt die Fantasie ou caprice in a-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Den Anfang registriert Ziegler in feinen Tönen, um dann in rauschhaftes Forte einzumünden, das wie ein Geburtstagsmarsch, speziell für den Jubilar, erklingt und durch die heitere Tonalität Mendelssohns große Freude bereitet.

Dann gibt es als persönliches Geburtstagsgeschenk Matthias Zieglers an seinen früheren Chef und Freund Reinhard Bogdahn die Uraufführung seiner eigenen Sprech- und Singkantate des 23. Psalms „Der Herr ist mein Hirte“. Der auch im Gesang der wohltönenden Stimme des Organisten gut verständliche Text des Psalms erweist Ziegler als einen Verkündiger des Evangeliums an der Orgel, der er immer war. Es ist eine zu Herzen gehende Zuwendung zu einem großen Förderer seines hochdotierten Orgelspiels, das Reinhard Bogdahn geschätzt, angeregt und in seiner Amtszeit auf breite Basis gestellt hat.

Die Orgelmatinee klingt aus, wie sollte es anders sein, mit dem Lieblingskomponisten von Matthias Ziegler, mit Max Regers Choralvertonung „Jesus meine Zuversicht“. Für die Kenner Regerscher Harmonik ist es ein wunderbarer Durchgang durch die vielfältigen Abweichungen von den gewohnten Klängen. Für die Zuhörergemeinde ist der Ausklang wie ein Segen für den Tag, der Zuversicht, Gemeinschaft und Freude erbringen soll.

Reicher Beifall belohnt den Organisten Matthias Ziegler für seine großartige Darbietung und für die Botschaft, die er durch die Musik erbracht hat.

Matthias Ziegler spielt Max Reger, auf der Vacher Orgel

Reger-Fan Matthias Ziegler voller musikalischer Energie