Eine Beichte gibt es auch für evangelische Christen.

Jesus verkündigt uns, dass Gottes Liebe größer ist, als dass sie durch unsere Schuld ans Ende käme.

Wenn ein Mensch sich einer Schuld bewußt ist, kann es für ihn zu einer großen Hilfe werden, dass er mit einem anderen Menschen über seine Schuld spricht. Wenn er von ihm gesagt bekommt, dass Gott auch diese Schuld vergeben wird, kann er sich an diesen Zuspruch der Vergebung klammern.

So entstand die Beichte als ein persönliches Gespräch, das hinführt zu einem Gebet, in dem ich vor Gott meine Schuld bekenne.

Dem Beichtenden wird darauf gesagt, dass Gott auch diese Schuld vergibt.

Jesus hat zu dieser Verkündigung die Vollmacht erteilt.

Die Lossprechung von der Schuld beruft sich auf die Bibelworte Mt. 16,19 und Joh. 20, 22f.

In der römisch-katholischen Kirche hat sich neben dem persönlichen Beichtgespräch ein sehr viel starrer wirkendes Schuldbekenntnis im Beichtstuhl entwickelt, das wir in der evangelischen Kirche nicht kennen.

In der evangelischen Kirche gibt es zwei Formen der Beichte:

Die Beichte im seelsorgerlichen Gespräch und eine gemeinsame Beichte der ganzen Gemeinde im Gottesdienst

Beichte: „Steine ablegen“

 

„Be(ich)ten“

In einem solchen Beichtgottesdienst kann der Einzelne im Gebet – „Be(ich)ten“ – seine Schuld vor Gott bekennen, ohne dass er mit einen Menschen darüber spricht.

Ihm wird in der Lossprechung verkündet, dass Gott diese eben bekannte Schuld vergibt.

Im Sonntagsgottesdienst geschieht dies mit den Worten: Sündenbekenntnis: „Gott sei mir Sünder gnädig.“ – Gnadenzuspruch: „Der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt!“

Ein Beichtgespräch kann man mit jedem Christen führen, zu dem man Vertrauen hat. Doch meistens wenden sich Christen an einen Pfarrer, denn der Pfarrer hat sich bei der Übernahme seines Amtes ausdrücklich dazu verpflichtet, über alles, was ihm als Seelsorger anvertraut wird, gegen jedermann zu schweigen. Auch die Gesetze befreien den Pfarrer von der Verpflichtung, vor Gericht Zeugenaussagen über das in der Beichte Gehörte zu machen. Diese Verschwiegenheitspflicht wird das Beichtgeheimnis genannt.

Ihr

Pfarrer Markus Pöllinger

 

Weitere Informationen:

Von_der_Beichte_leben_Trilogie_2012

Die Zehn Gebote – Grundordnung des Leben

Gebet zur Beichte