500 Jahre ist es her seit Martin Luther 1517 seine Thesen über die Rechtfertigung veröffentlichte. Geldmärkte, Zinswucher, internationale Konzerne, die Frage nach gerechtem Lohn und gerechten Preisen – das alles gab es schon einmal. Und Martin Luther sprach auch dazu klare Worte. Nicht aus Sehnsucht nach einer heilen, mittelalterlichen Welt, sondern aus der Mitte seines Glaubens heraus. Dass Geld nicht anstelle von Gott treten darf, dass die Märkte blind sind für die Liebe zum Nächsten, dass christlicher Glaube nicht bei der Wirtschaft aufhört, sondern gerade erst anfängt – das alles sind Fragen von heute. Das Lutherjubiläum sollte ein Anstoß zu Antworten auf die Arbeits-. Wirtschafts- und Finanzfragen von heute sein.

Lassen wir Martin Luther selbst zu Wort kommen:

“Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen…“

 

„Es passt sich aber nicht, dass einer auf des anderen Arbeit hin müßig geht, reich ist und wohl lebt, während es dem Arbeitenden übel geht, wie es jetzt die verkehrte Gewohnheit ist.“

 

„Alle Arbeit ist nichts anderes als ein Finden und Aufheben der Güter Gottes.“

 

„Das kann man aber nicht leugnen, dass kaufen und verkaufen ein notwendig Ding ist, das man nicht entbehren und gut christlich gebrauchen kann, besonders in den Dingen, die zum täglichen Bedarf und in Ehren dienen.“

 

Es sollte nicht so heißen: Ich darf meine Ware so teuer geben, wie ich kann oder will, sondern so: Ich darf meine Ware so teuer geben, wie ich soll oder wie es recht und billig ist.“

 

„Die Kaufleute haben unter sich eine allgemeine Regel. Das ist ihr Wahlspruch und die Grundlage aller Geschäfte. Sie sagen: Ich kann meine Ware so teuer verkaufen, wie ich es vermag. Sie halten das für ein Recht. Tatsächlich aber ist damit der Habsucht Raum gegeben, und der Hölle sind alle Türen und Fenster geöffnet. Denn was heißt das anderes als: Ich frage nicht nach meinem Nächsten.“

 

„Man muss beten, als ob alles Arbeiten nichts nützt, und arbeiten, als ob alles Beten nichts nützt.“

 

„Ein Schuster, ein Schmied, ein Bauer, ein jeglicher hat seines Handwerks Amt und Werk, und doch sind alle gleich geweihte Priester und Bischöfe, und ein jeglicher soll mit seinem Amt oder Werk den andern nützlich und dienstlich sein.“

 

MARTIN LUTHER

Ausführlich dazu das  Themenheft „Arbeit und Berufung“ der Evangelischen Kirche Deutschland 2017

Hat das protestantische Arbeitsethos noch eine Zukunft? So fragt Wolfgang Huber in einer Wittenberger Sonntagsvorlesung

Immer aktuell das Thema „Schutzgebiet Sonntag – Zeit ist unbezahlbar“

Herzliche Einladung zur Mitwirkung

Ihr

Markus Pöllinger, Pfr.

 

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